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Sei ein Horst

Er war mit Sicherheit der coolste Hund der Welt – sein Haltbarkeitsdatum war um siebeneinhalb Jahre überschritten, er hat dem Sensenmann mehrfach ans Bein gepinkelt, nichts und niemand konnte ihn aufhalten. Im Gegenteil. Strotzend vor Selbstvertrauen meisterte er sein Schicksal, bis er den finalen Kampf mit Gevatter Tod dann schließlich doch noch verlor. Am 27.08.2008 schlief der unvergessliche Horst ein.

Horst

Horsts Geschichte kann man nicht komplett erzählen, vor allem seine Krankengeschichte nicht. Für diejenigen, die noch nie vom unkaputtbaren Horst gehört haben, hier eine kleine Zusammenfassung:

Vor siebeneinhalb Jahren lebte Horst bei einem älteren Herren, irgendwo auf dem Lande. Als Horst eine Augenkrankheit plagte, wollte sein damaliger Besitzer das Geld für den Tierarzt sparen und operierte den Hund selbst. Vermutlich tat er das mit einem stumpfen Löffel oder einem ähnlich unbrauchbaren Werkzeug, denn die Augen des Hundes entzündeten sich und machten Horst zu einem Kandidaten fürs Einschläfern. Doch ganz so weit sollte es dann doch nicht kommen, es erbarmte sich ein mitleidiges Wesen und nahm ihn mit nach Hause. Das ist der erste bekannte Fall, bei dem Horst dem Tod von der Schippe gesprungen ist.

In loser Reihenfolge die weiteren Leiden des H. aus B.: Nachdem er kastriert worden ist, wurde er von einem großen Hund in den Arsch gebissen. Er bekam Pilze an den Ohren, wodurch ihm die Haare ausfielen. Er humpelte – und der Arzt operierte prompt das falsche Bein. Er hatte mehrere Herzstillstände, ließ sich aber dadurch nicht groß beeindrucken und machte immer weiter und weiter…

Wer jetzt glaubt, Horst sei aufgrund seiner Behinderung ein zurückhaltender, freundlicher, dankbarer oder besonders netter Hund gewesen, der irrt. Er war alles andere als das: er war ein richtiges kleines Arschloch, ein verdammt cooler Typ, dem alles egal war. Er schiss Leute zusammen, platze fast vor Selbstbewusstsein und ging auch ohne Leine spazieren. Und zwar dort, wo es IHM passte. Er fand sich überall zurecht und verstand es, seinen Willen durchzusetzen.

Einen gewissen Ruhm erlangte Horst durch seine Gastauftritte in den Menüs diverser DVDs zur Sendung “Kalkofes Mattscheibe” und durch die Geschichten, die von ihm in den Audiokommentaren der DVDs erzählt werden. Oliver Kalkofe und Marc Stöcker werden sich jetzt wohl oder übel ein anderes Gesprächsthema suchen müssen.

Mit dieser Seite soll Horst nun auch eine letzte Ruhestätte samt Kondolenzbuch im Internet bekommen. Wir wollen aber nicht nur um Horst trauern, sondern die Erinnerungen an ihn am Leben halten, deswegen werden wir zukünftig einen Preis vergeben: den “Horst des Monats”. An alle Menschen, Tiere, Gebäude, Gebilde oder auch Pflanzen, die trotz irgendwelcher Schicksalsschläge zeigen, dass man dennoch Spaß am Leben haben und auf den Rest der Welt schlicht scheißen kann. Oder auch alle, die dem Tod mehrmals von der Schippe gesprungen sind. Kandidaten für den “Horst des Monats” können unter der im Impressum angegebenen Mailadresse nominiert werden. Oder auf dieser Seite.

Zum Abschluss noch ein guter Rat: Wenn dir das Schicksal ans Bein pinkelt, dann piss zurück – sei ein Horst!